[Zitat Anfang] Am 25. September 2010 fand in der Reinbeckhalle in Berlin-Oberschöneweide die von Elsässers „Volksinitiative“ veranstaltete Konferenz „Der Euro vor dem Zusammenbruch“ statt. Der Sympathisant Lothar Sommer, Betreiber von neutrales-deutschland.de und einer der Blogger auf Elsässer Webseite, die kaum mehr Stammkommentatoren hat als ein durchschnittliches Wohnhaus Mieter, freute sich nachgerade diebisch: „Die Anstrengungen der Organisatoren um Jürgen Elsässer, Michael Vogt, Sandra Müller … zur Vorbereitung der Aktionskonferenz … haben sich gelohnt.“(26)

Jürgen Elsässer                                                    

Jürgen Elsässer Querfront

 

Da isser ja wieder, jener Michael Friedrich Vogt, den Jürgen Elsässer im Oktober 2009 in seinem Beitrag „Debatte: Gegen den neuen Faschismus“ wie den Herzallerliebsten verteidigte.(27) Dem vorausgegangen war die Recherche „Die neue Querfront: Rechts und ‚links’ im Schulterschluss“, in dem der Autor dieses Beitrages „Jürgen Elsässer… in einem langen Artikel … recht plausibel enge Verbindungen ins rechte Lager nachgewiesen“ hatte. „Die nach weit rechts weisenden Verbindungen Elsässers beziehen sich unter anderem auf seinen engen Kooperationspartner Michael Vogt, dem, so Elsässer, ‚bekannten Internet-TV-Journalisten’. Dessen Netzwerk reicht nicht nur aus journalistischen Gründen sehr weit nach rechts: er kommt von dort. So ist er z. B. langjähriger Burschi der heftig rechtslastigen Münchener ‚Danubia’, die sich von Münchner AntifaschistInnen Offenheit gegenüber Rechtsextremismus nachsagen lassen muss.

 

In einer Antwort an Külbel äußert sich Elsässer dazu wie folgt: ‚Im übrigen streitet Vogt seine Zugehörigkeit zur Danubia nicht ab, der er seit seiner Jugend angehört. Das bedeutet zweifellos, dass Vogt ein nationalbewusster Konservativer ist – aber nicht, dass er ein Nazi ist. Linken wie Külbel ist dieser Unterschied freilich egal, für sie ist jeder Konservative oder demokratische Rechte gleich ein Rechtsradikaler oder Nazi.’“(28) Möge sich der Leser selbst ein Bild machen und genannte Beiträge auf Herz und Nieren prüfen.

„Stars“ der Veranstaltung in der Reinbeckhalle waren vor allem der im Brüsseler Parlament sitzende Rechte Nigel Farage, der emeritierte Staatsrechtsprofessor Karl Albrecht Schachtschneider, der mit Regelmäßigkeit seine Kreise bei der rechtspopulistischen Gruppierung „pro Köln“ und der rechtsextremen österreichischen FPÖ zieht. Für die sächsische NPD-Landtagsfraktion trat er 2005 als Sachverständiger bei einer Anhörung zum EU-Verfassungsvertrag auf. [...]

Das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig beschloss aufgrund dessen am 22. November 2007, die Zusammenarbeit mit Vogt zu beenden: Nach Sichtung der Beweislage sei ein solcher Professor „nicht mehr haltbar“. [Zitat Ende]

(zitiert aus „Links verführen, rechts kopulieren“ von Jürgen Cain Külbel erschienen in GEHEIM 25(2010)3:11-19. Der Artikel ist auch auf der Internetseite von GEHEIM in der Rubrik „No Querfront“ abrufbar.

Veröffentlicht in No Querfront

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